Buvusios „Verdainės vilos“ pastatas Verdainės kaime

Vor dem Ersten Weltkrieg wurde an der Stelle eines ehemaligen hölzernen Gasthauses (genannt „Obere Schenke“) ein schönes Backsteingebäude errichtet – das Restaurant „Villa Werden“ (Villa Verdainė). Im Hof wurden Bäume und Sträucher gepflanzt, im Sommer standen Tische und Stühle im Freien. Die Bewohner von Šilokarčema kamen hierher, um Kaffee oder edle Getränke zu genießen.
Im Hof entstand ein geräumiger Saal mit Bühne, in dem ganzjährig Laientheater, Konzerte, Tanzabende, Versammlungen und Feste stattfanden. Das Restaurant besaß eines der ersten Radios im Memelland. Schon ab 1924 hörte man hier Musik und Nachrichten aus Königsberg, Berlin, London und anderen Städten.
Am 19. Januar 1923 versammelte sich hier der Šilutė-Seimas. Über 120 Vertreter des Obersten Komitees zur Rettung Kleinlitauens sowie kultureller und wirtschaftlicher Organisationen unterzeichneten die Erklärung zum Anschluss des Memellandes an den wiederhergestellten litauischen Staat mit Autonomierechten.

Nach dem Krieg (1946) zog hier die Straßenverwaltung Pagėgiai-Šilutė ein, die später zur Šilutė-Straßenwartungsgesellschaft wurde. Heute befindet sich hier das Unternehmen „Šilutės automobilių keliai“.
Ein Gedenkschild erinnert an die Unterzeichnung dieser historischen Erklärung. Besonders hervorgehoben wird der Anschluss des Memellandes durch eine leuchtende Kunstinstallation namens „Die Delegierten“, mit Figuren von Vilius Šaulinskis, Martynas Jankus, Jonas Vanagaitis, Jurgis Lėbartas und Jurgis Brūvelaitis.